Notizen
Einweihung der Kirchenkanone durch Pastor Beckwermert.
Zwei wunderschöne und empfehlenswerte Links zum Thema Hunteburg finden Sie unten - wirklich gelungene Darstellungen unseres Ortes für die Welt.
> Hunteburg I <> Hunteburg II <
Literatur
> Bücher und Mehr <Der Böller
Ein Böller ist ein Gerät in unterschiedlicher Ausführung, in das man eine verdämmte Pulverladung aus Böllerpulver einbringt und diese anschließend zündet. Dabei sollte ein qualitativ hochwertiger Knall entstehen, der weithin zu hören und zu fühlen ist. Böllerkanonen sind häufig historischen Originalen nachempfunden oder diesen sogar originalgetreu nachgebaut.
Gründung
Gegründet wurde der Karbid Böller Verein (KBV) Hunteburg im Jahre 1992. Es hatte sich ein Freundeskreis gefunden, der Brauchtumspflege nicht unbemerkt im Verborgenen betreiben sondern im öffentlichen Rahmen als anerkannter Verein vorleben wollte. Die Idee dazu kam von Hans-Dieter de Vries. Er erinnerte an das unerlaubte Böllern mit Karbid in seiner Jugend. Da auch wir in den ersten Ansätzen mit Karbid geböllert haben, war dies schließlich Grundlage der Namensgebung. Die meisten der heutigen Mitglieder sind Gründungsmitglieder.
Auf dem Bild oben rechts sehen wir die Männer der ersten Stunde während der Gründungsversammlung 1992. Das sind von links nach rechts Franz-Josef Kampsen, Hans-Dieter Schwarze, Hans-Dieter de Vries, Clemens Holthaus, Franz Düvel, Heiko Ziegemeier und Wilhelm Kißler.
Motivation
Beim Böllern geht es darum eine alte Tradition (das sogenannte Lärm-Brauchtum) wieder aufleben zu lassen und zu erhalten. Eine Tradition, die vorwiegend im süddeutschen Alpenraum, aber auch bei unseren westfälischen Nachbarn zu kirchlichen Anlässen wie Fronleichnam oder auf Hochzeiten gepflegt wurde, gern aber auch um auf das neue Jahr aufmerksam zu machen.
In Hunteburg wurde noch bis 1937 oder 1938 mit drei Kanonen zu Fronleichnam geböllert. Eine dieser Kanonen von 1901 haben wir gefunden und restauriert. Pastor Ulrich Beckwermert hat sie am 16.04.2001, dem Ostermontag, nach dem Hochamt auf dem Kirchplatz gesegnet und somit wieder in "Betrieb" genommen.
Technische Daten der Kirchenkanone:
- Kaliber 28mm
- Gebrauchsladung 30g Böllerpulver
- Verdämmung 12g
- Hersteller: Firma Dahl, Bj. 1901
Böllermaterial
Überwiegend benutzen wir "Handböller". Derzeit einzige Ausnahmen sind F.-J. Kampsen und Hans-Jürgen Keil, sie verwenden einen Schaftböller.
Unsere Handböller (s. Foto links) sind ca. 6,5 kg schwer und aus Edelstahl gefertigt. Die Geräte müssen dieses hohe Gewicht aufweisen, um einen erträglichen Rückschlag beim Böllerschuss zu erreichen. Der auf dem Foto dargestellte Handböller wurde von dem Berchtesgadener Böllermacher R. Stangassinger hergestellt. Er hat eine 18mm Bohrung. Die Gebrauchsladung beträgt 20 g Böllerpulver (grobkörniges Schwarzpulver).
Als Vorlage zum Verdämmen benutzen wir Korken. Gezündet wird über ein Perkussionsschloß mit Zündhütchen.
Schließlich benutzen wir noch einen Standböller:
- Kaliber 55mm
- Gebrauchsladung 175g Böllerpulver
- Verdämmung 33g
- Hersteller: Firma Keil, Hunteburg, Bj. 1994
Böllerberechtigung
Alle acht aktiven Mitglieder haben einen Lehrgang für das Böller- und Vorderladerschießen mit abschließender Prüfung durch den Landkreis Osnabrück absolviert. Die Mitglieder des Böllervereins besitzen die notwendige Erlaubnis nach §27 des Sprengstoffgesetzes um Böllerpulver erwerben zu dürfen. Jedes Böllern muß bei der Gemeinde bzw. Stadt und bei der zuständigen Polizeibehörde angemeldet werden.
Tracht
Unsere Tracht ist den Landsknechten im Dreißigjährigen Krieg nachempfunden. Auch die „Friedensreiter” des Westfälischen Friedens von 1648 sahen ähnlich aus.
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